Bilanzrecht

Software als immaterieller Vermögensgegenstand

Nach dem Grundsatzurteil des BFH v. 3.7.1987 gehört EDV Software grundsätzlich zu den immateriellen Vermögensgegenständen. Hierzu zählen auch Standardprogramme und die zusammen mit Hardware verkaufte Systemsoftware. Aufwendungen für immaterielle Werte können Nebenkosten der Anschaffung bzw. Herstellung einer Sache sein. Einmalzahlungen ohne periodenbezogene Leistungsverrechnung stellen Anschaffungskosten dar. Ebenso können körperliche Gegenstände Zubehör zu immateriellen Werten und zusammen mit diesen zu bilanzieren sein.

Aktivierung von gebrauchter Software

Immaterielle Vermögensgegenstände wie Software sind steuerrechtlich und handelsrechtlich aktivierungspflichtig (§ 246 I HGB), wenn sie einen immateriellen wirtschaftlichen Wert darstellen, der selbständig verkehrsfähig ist und gegen Entgelt erworben wurde.

Abschreibung von gebrauchter Software

Immaterielle Vermögensgegenstände, die abnutzbar oder in ihrer Nutzungsdauer begrenzt sind, sind planmäßig abzuschreiben. Dies gilt auch für gebrauchte Software.

Umsatzsteuer

Auch beim Weiterverkauf der Software ist der anfallende Umsatz steuerpflichtig.

Die Lizenz in der Insolvenz

Software kann Teil der Insolvenzmasse sein und somit der Verfügungsbefugnis des Insolvenzverwalters unterliegen (§§ 35, 80 InsO). Bei Kundeninsolvenz fällt das bestehende Nutzungsrecht in die Masse. Gerät der Anbieter in die Insolvenz werden bestehende Verwertungsrechte des Anbieters der Masse zugeführt.
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