Was bedeutet indirekte Nutzung?

Indirekte Nutzung bedeutet, dass von Drittsystemen auf SAP Anwendungen zugegriffen wird. Das klingt erst einmal harmlos, kann sich aber für Anwender als äußerst kompliziert erweisen, denn diese indirekte Nutzung ist für das Anwenderunternehmen teilweise auch mit Kosten verbunden.

Folgendes Beispiel soll die indirekte Nutzung erklären:

Ein mittelständisches Unternehmen bietet einen Webshop an, über den Kunden Einkäufe tätigen können. Wird in diesem Webshop eine Bestellung aufgegeben, muss in der Lagerliste - die von SAP stammt - überprüft werden, ob das bestellte Produkt vorhanden ist. Damit greift der Kunde indirekt auf die SAP-Software zu, indirekt, weil er dem Webshop sozusagen den Auftrag dazu erteilt hat. Dem Kunden ist es egal, wie der Zugriff erfolgt, aber nicht dem Anwenderunternehmen.

Für SAP ist es nämlich unerheblich, auf welche Weise oder über welche Technik der Benutzer Funktionen der SAP-Systeme verwendet. Für das Unternehmen bedeutet dieser indirekte Zugriff aber, dass SAP vorschreibt, dass für jeden Kunden, der diese indirekte Nutzung ausführt, eine Lizenz gekauft werden muss. Dies führt aber zu unkalkulierbaren Kosten für die Anwenderunternehmen.

Das kann wahrscheinlich sogar so weit gehen, dass Anwender, die Daten aus einer SAP-Anwendung herausgezogen und in eine Excel-Datei eingebaut haben, lizenzpflichtig sind - und ebenso die User, die diese Excel-Tabelle per E-Mail erhalten.


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