Kann ich auch Software (z.B. Microsoft oder SAP Lizenzen) aus anderen europäischen Ländern kaufen?

Bei Beantwortung dieser Frage kommen wir schnell zu den Vorteilen, die ein geeintes Europa mit sich bringt. Hier wurden auf europäischer Ebene Regeln festgelegt, wie der Warenverkehr zwischen den Ländern funktionieren soll. Deshalb ist der Einkauf und der Vertrieb innerhalb Europas so einfach und unkompliziert. Regeln, wie der Verbot von Re-Importen von Autos wurde gerichtlich geklärt mit dem Ergebnis, dass der freie Warenverkehr Vorrang hat. Sinnvoll erscheint auch andere Branchen, wie die Softwarebranche, zu überprüfen.

Somit kann man aus allen Ländern Europas Software kaufen und dahin verkaufen. Man wird aber schnell feststellen, dass verschiedene Hersteller auch den freien Warenverkehr behindern. Sind Sie ein deutsches Unternehmen, setzen SAP ein und wollen billig neue SAP Software in Spanien einkaufen, werden Sie feststellen, dass das nicht klappt. Sie bekommen in der Regel gar kein Angebot. Der Hersteller erlaubt Ihnen in der Regel nur den Kauf bei demjenigen, wo Sie die letzte Software erworben haben. Machen Sie den Test und fragen bei SAP Spanien den Preis an, zu dem Sie dort 20 SAP ERP Professional User inkl. Oracle Datenbank erwerben können. Sie werden feststellen, dass Sie kein Angebot erhalten. Software-Hersteller teilen sich den Markt auf und haben keine Lust auf Wettbewerb. Wie finden Sie das? Ist das ein Misbrauch eines Monopols? Welche Hersteller machen das so, nur die Top 5?

Dabei gibt es technisch gar keine Probleme. Bei Microsoft Produkten handelt es sich typischerweise um eine "Single-Language" Version, d.h. ich darf genau eine Sprache auswählen. Bei SAP sind direkt alle Sprachen verfügbar. Da interessiert es keinen, welche Sprache Sie sprechen.

Ganz anders im Zweitmarkt. Sie können leicht in Spanien gebrauchte SAP Software kaufen, genau wie die Spanier in Deutschland leicht gebrauchte SAP Lizenzen erwerben können. (Spanien steht als Beispielland. Es kann genauso Italien, Frankreich, England oder ein anderes sein.)

In der Vergangenheit hat der Europäische Gerichtshof einer exklusiven nationalen Vergabe von Fernsehrechten ein Ende bereitet. Finanzinvestoren bangen um das Geschäft der Pay-TV-Konzerne. Kunden freut es. Man muss sich nur entscheiden, was man will. (http://bit.ly/WPiAHp)

Regelmäßig ziehen auch Pharma-Konzerne vor Gericht, um ihre Präparate vor dem grenzüberschreitenden Weiterverkauf durch andere Unternehmen zu schützen. Hersteller würden Reimporte am liebsten ganz verbieten lassen.
(www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=3145)

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