Die Volumenlizenzen

Die Begrifflichkeit der Volumenlizenzen beschreibt mehrere Lizenzen, die typischer über einen Lizenzvertrag vom Softwarehersteller gekauft wurden. Von Microsoft werden z.B. Open License Vertäge oder Selectverträge angeboten; Unterschiede finden sich hauptsächlich in der Anzahl der Lizenzen. Für kleinere Mengen bis 250 werden oft Open License Verträge genommen und bei größeren Mengen ab 250 Stück biete der Hersteller Selectverträge, die oft an ein Enterprice Agreement gekoppelt sind. SAP z.B. bietet eigene Software nur als Volumenvertrag an.
Die Lieferung der Softwarekopie erfolgt meist als Download über das Internet. Einfacher Grund dazu ist die Größe der Software. Der SAP Erstanwender bekommt oft noch die CDs oder DVD, im Starterpaket sind ca. 170 CDs enthalten. Einige Software wird auf den Servern und einige Software auf den Arbeitsplatzrechnern installiert. Das Unternehmen, das sich zum Abschluss eines Volumenlizenzvertrages entschließt, erhält anschließend also einen Link, über den die Software auf Rechnern installiert werden kann. Hierbei bestimmt die Anzahl der gekauften Lizenzen selbstverständlich auch die Anzahl der Rechner, die mit Software bestückt werden können. Im Vergleich zu den sogenannten Einzelplatzlizenzen ist bei einem Volumenlizenzvertrag kein Zubehör (Handbuch, CD-Rom oder Verpackungsmaterial) im Lieferumfang enthalten.
Auch in Bezug auf die Volumenlizenzen kann das EuGH-Urteil Anwendung finden, das im Prozess zwischen usedSoft und Oracle gesprochen wurde. So ist es auch hier möglich, vom Bestand der Erschöpfung zu sprechen. Um diese Grundhaltung weiter zu festigen, hat sich auch das OLG in Frankfurt am Main im Jahre 2012 entsprechend für die mögliche Erschöpfung von Volumenlizenzen ausgesprochen. Eine zulässige Aufspaltung einer Volumenlizenz liegt dementsprechend auch dann vor, wenn ihr einzelne Lizenzen zum Verkauf "entnommen" werden. Unzulässig dagegen ist das z.B. Abspalten von Zugriffslizenzen vom zugehörigen Server oder auch das Herauslösen von Microsoft Word aus einem Microsoft Office Paket. Beispiel: Ich erwerbe einen Microsoft Windows Server inkl 5 CALs. Hier kann ich nicht 2 CALs entnehmen. Grund: Schauen Sie in Ihre Hände, wenn Sie die 2 CALs da hineinlegen. Die bleiben leer. Es handelt sich um ein virtuelles Recht, auf die IP Adresse des Servers zuzugreifen. Und wenn Sie nichts löschen können, dann können Sie auch nichts wegnehmen und weiterverkaufen.
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