Ausschreibungspflicht für SAP-Lizenzen?

17.09.2004

Das Monopol für Lizenzen der Walldorfer Software-Schmiede hat sich zu einem Dyopol verändert: Ein Unternehmer aus Aachen handelt mit gebrauchten SAP-Lizenzen. Er ist davon überzeugt, dass Unternehmen jetzt ausschreibungspflichtig werden, wollen sie weitere SAP-Lizenzen erwerben. Der erste Marktplatz für SAP-Lizenzen ist eröffnet.

Kunden, die den neuen Marktplatz zum Einkaufen nutzen, zahlen deutlich weniger für die begehrten Programme. Der deutsche Software-Goliath wird über die junge Konkurrenz aus Aachen „not amused“ sein: Verständlich auf den ersten Blick, doch ein so genannter Zweitmarkt dient auch der Investitionssicherheit. In der Automobilbranche haben sich längst die besseren Fabrikate durch eine höhere Wertbeständigkeit ausgezeichnet. „Das wird auch mit Software-Produkten passieren“ meint Axel Susen, Gründer von SusenSoftware, dem Marktplatz von gebrauchter Software. „Deshalb haben wir uns auf die Produkte von SAP und Microsoft spezialisiert.“

Axel Susen vermutet, dass die Lizenzgeber ob seiner Tätigkeit nicht in große Begeisterung ausbrechen werden. Doch so wie er Verständnis für das Zögern der Großen hat, macht er auch deutlich: „Keiner kann ein Interesse daran haben, dass Lizenzen im Wert von rund 1 Million Euro von jetzt auf gleich wertlos werden“. Denn Axel Susen versteht sich und seine Arbeit als Garant, Unternehmen eine Investitionssicherheit für ihre teuren Software-Lizenzen zu bieten. „Software-Hersteller werden mit der Zeit auch darin Ihre Vorteile finden.“

Stille Software: Jetzt in Kapital verwandeln

Der Markt für gebrauchte Software ist also groß. Der Grund: In den meisten Unternehmen gibt es gekaufte, aber ungenutzte Programme, die auf dem ersten Marktplatz für SAP-Lizenzen wieder in Euro und Cent umgesetzt werden können.

Bisher gab es für einmal getätigte Investitionen in Software keine Nutzungsmöglichkeiten mehr. Die Unternehmen kauften Software, setzten sie an den vorhandenen PCs ein und schrieben sie steuerlich ab. Wurde die Software nicht mehr benötigt, beispielsweise weil ein Unternehmensbereich ausgelagert wurde oder sich die Belegschaft verkleinert hatte, landete sie als so genannt stille Software in irgendeinem Büroschrank oder verstaubte im Keller. Das dafür eingesetzte Kapital dümpelte als ungenutztes Inventar vor sich hin.

Nun ist ein neues Zeitalter angebrochen.  Unternehmen können ihre stillen Lizenzen, beispielsweise mySAP oder R3, auf dem neuen Marktplatz anbieten und verkaufen. Wer dort einkauft, spart entsprechend; wer dort verkauft, bekommt unerwartet Geld in die Kasse gespült, das für andere, notwendige Investitionen genutzt werden kann.

Ausschreiben und Preis vergleichen

Neben dem Walldorfer Unternehmen selbst, gibt es jetzt also einen zweiten Anbieter für SAP-Lizenzen. Deshalb müssen Anstalten des öffentlichen Rechts, wie beispielsweise Krankenkassen, die Ihre Standard SAP-Lizenzen aufstocken wollen, jetzt den Bedarf ausschreiben. „Allen anderen Unternehmen empfiehlt sich ebenfalls der Preisvergleich“, rät Axel Susen. Wie groß der finanzielle Nutzen für die Zweitkäufer von Lizenzen ist, betont Axel Susen: „Mit dem Kauf von gebrauchten Software-Lizenzen können Unternehmen jeder Größenordnung ihre Investitionskosten für SAP-Software um bis zu 50 Prozent herunterfahren“.

Skepsis ist beim Kauf von gebrauchten Lizenzen verfehlt. „Die Qualität von gebrauchter Software unterscheidet sich nicht von originalverpackter Software“, unterstreicht nachdrücklich Jörg Henschel, Geschäftsführer der Metrix GmbH, der bereits seine Software-Kosten durch den Kauf von gebrauchten Lizenzen erheblich vermindert hat.

Software-Lizenzmangament deckt auf, wo wieviel gespart werden kann

Unternehmen, die die Möglichkeiten des Marktplatzes für Software-Lizenzen nutzen wollen, um Restbestände beispielsweise ihrer Microsoft-Software geldaktivierend zu verkaufen oder die beim Kauf von Lizenzen Geld sparen wollen, installieren sinnvollerweise im ersten Schritt ein Software-Lizenz-Management im Haus.

Ein Software-Lizenz-Management, also die effektive Bestandsaufnahme und Verwaltung der Lizenzen, macht die Struktur der vorhandenen Software im Unternehmen transparent: Es gibt beispielsweise Auskunft über die Anzahl der Lizenzen genauso wie über die Dauer der Lizenzierung und – last but not least - informiert es über die tatsächlichen Kosten, die in einem Unternehmen pro Jahr und pro PC für das Bereitstellen von Software – inklusive Prozess-, Lizenz- und Betriebskosten – anfallen. Bei der Einführung eines Software-Lizenz-Managementsystems steht SusenSoftware interessierten Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite.

Betriebskosten pro PC: Hohe vierstellige Summen jedes Jahr

Schätzen Sie doch einmal, wie hoch die Kosten in Ihrem Unternehmen für den kompletten Betrieb eines PCs pro Jahr durchschnittlich sind! Vermutlich liegen Sie mit einer Schätzung zu niedrig: Laut einer aktuellen Umfrage betragen die durchschnittlichen Kosten je PC und je Jahr 6.200 Euro! Eine Summe, die erheblich vermindert werden kann, werden stille Lizenzen auf dem neuen Marktplatz verkauft oder gebrauchte Lizenzen gekauft.

Der Geschäftsführer der Vislogic –Creative Software Solution GmbH, Maxim Szenessy, freut sich über den neuen Marktplatz, auf dem außer mit SAP-Produkten vorwiegend mit Software von Microsoft gehandelt wird: „Unsere Kunden sparen, ohne sich einschränken zu müssen. Idealer kann es nicht laufen“.



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